Wie kann man einen Glutathion-Mangel therapieren?

Der erste Schritt einer erfolgreichen Therapie ist die Glutathion-Messung im Blut. Sie ermöglicht es, nicht nur die Notwendigkeit, sondern auch den Erfolg einer Glutathion-Therapie zu bestimmen. Mit ihr kann man den Gehalt an aktivem, reduziertem Glutathion innerhalb der Zelle sowie den Gehalt an oxidiertem Glutathion definieren. Es gibt Schwerpunkt-Labors, die sich auf die Glutathion-Messung spezialisiert haben, z.B. als Basis für die Fatigue-Behandlung.

Wurde ein Glutathion-Mangel festgestellt, dann ist das – nicht nur bei der Fatigue-Behandlung, sondern auch bei allen anderen mit einem Glutathion-Mangel verbundenen Beschwerden – vorrangige Therapieziel, ohne Nebenwirkungen den intrazellulären Gehalt an reduziertem Glutathion (G-SH) zu normalisieren. Nur dann kann das komplexe Glutathion-System seine vielfältigen Aufgaben wie

  • Zellteilung, Zelldifferenzierung und Zellstoffwechsel,
  • Produktion lebensnotwendiger Körpereiweiße,
  • Entgiftung,
  • Immunstärkung,
  • Abwehr von Schäden durch Reaktive Sauerstoff-Spezies (ROS)

erfüllen. Die Mitochondrien können wieder ausreichend ATP als „Energieträger des Organismus“ produzieren. Es kommt zu einer Regeneration des Energiehaushalts. Nebenwirkungen des Pulvers, der Kapseln oder der Tabletten sind nicht bekannt.

Wichtig ist, daß auch tatsächlich der Gehalt an G-SH innerhalb der Zelle erhöht wird. Es ist wenig hilfreich, wenn das zugeführte Glutathion vor Erreichen seines Ziels oxidiert, also in die inaktive Form verwandelt wird. Leider ist das bei den meisten handelsüblichen Glutathion-Präparaten der Fall.

Reines G-SH, wie es vielfach angeboten wird, wird schon in Studien der 1980er und 1990er Jahre therapeutisch als nicht sinnvoll bezeichnet1,2. Selbst bei intravenöser Gabe liegt die Halbwertszeit von reinem, nicht pharmazeutisch aufbereitetem G-SH bei nur 1,6 Minuten1,2. Es oxidiert zu schnell, um im Körper einen nachhaltigen Effekt zu erzielen.

Noch negativere Auswirkungen hat es, wenn die Zufuhr von außen und damit die sehr kurzfristige Erhöhung der Glutathion-Werte im Blut (nicht in der Zelle!) die Nebenwirkung hat, daß der Körper seine eigene Glutathion-Produktion weiter drosselt (sogenannte Feedback-Hemmung).

Die einzige Möglichkeit, diese Null- bzw. Negativeffekte zu vermeiden, ist die Wahl des richtigen Wirkstoffes, denn reduziertes Glutathion ist extrem empfindlich und reaktionsfreudig. Auch die richtige Dosierung ist entscheidend. Der jahrzehntelangen Forschungs- und Entwicklungsarbeit von PD Dr. med. habil. Gerhard Ohlenschläger ist es zu verdanken, daß mit dem pharmazeutischen Wirkstoff S-Acetylglutathion (engl. Acetyl Glutathion) ein G-SH-Derivat vorliegt, das äußerst stabil ist und unbeschadet die Zellmembran passieren kann, gleichgültig, ob es als Pulver, Kapseln oder Tabletten verabreicht wird. Innerhalb der Zellen wird es vom Körper in G-SH rückverwandelt und erhöht so die intrazellulären G-SH-Werte effektiv und nachhaltig. Diese Vorteile wurden in der Anwendung und in verschiedenen Untersuchungen3–5 bestätigt.

Will man Glutathion therapeutisch einsetzen (z.B. bei der Fatigue-Behandlung), muß es einerseits vor Oxidation geschützt werden. Andererseits muß man es so „maskieren“, daß der Organismus es erst erkennt, wenn es an seinem Zielort – in der Zelle – angekommen ist. Beides ist mit dem pharmazeutischen Wirkstoff S-Acetylglutathion (nach Dr. med. Gerhard Ohlenschläger®) gegeben, der exklusiv in dem Rezeptur-Arzneimittel Eumetabol® enthalten ist (engl. Acetyl Glutathione, erhältlich als Pulver, Kapseln und Tabletten). Klinische Messungen zeigen unter S-Acetylglutathion nach Dr. med. Gerhard Ohlenschläger® einen deutlichen Anstieg des intrazellulären Glutathion-Spiegels. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

 

1 Buhl R, Vogelmeier C, Crittenden M et al. Augmentation of reduced glutathione levels in the epithelial lining fluid of the lower respiratory tract by direct aerosol administration of glutathione. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 1990;87:4063–4067
2 Wendel A, Cikryt P. The level and half-life of glutathione in human plasma. FEBS Letters 1980;120:209–211
3 Cacciatore I, Cornacchia C, Pinnen F et al. Prodrug approach for increasing cellular glutathione levels. Molecules 2012;15:1242–1264
4 Fraternale A, Paoletti MF, Casabianca A et al. Inhibition of murine AIDS by pro-glutathione (GSH) molecules. Antiviral Research 2008;77:120–127
5 Vogel JU, Cinatl J, Dauletbaev N et al. Effects of S-acetylglutathione in cell and animal model of herpes simplex virus type 1 infection. Med Microbio Immunol 2005;194,55–59

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